Sehr geehrte/r Bundestagsabgeordnete/r,
durch den Sandbag Bericht "Der Klimagoldesel 2011" wurde ich darauf
aufmerksam, dass 50% der europäischen CO2 Emissionen durch das EU
Emissionshandelssystem (EU ETS) abgedeckt werden. Ich
begrüße es sehr, dass die Politik sich dem wichtigen Thema des Klimawandels
und seinen Ursachen angenommen hat. Der Emissionshandel ist ein
wichtiges Instrument um CO2 Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig
Investitionen in Deutschlands emissionsarme Technologien zu fördern.
Leider funktioniert der europäische Emissionshandel nicht so wie
geplant und das Potential wird nicht annähernd ausgeschöpft. Zu
viele kostenlose Emissionszertifikate, Lobbyismus der Industrie,
die Wirtschaftskrise, und der übermäßige Gebrauch von Zertifikaten
aus internationalen Projekten führen dazu, dass das Handelssystem
nicht seiner angedachten Aufgabe gerecht werden kann. Stattdessen
haben sich einige Firmen an den Mängeln des Systems bereichert ohne
aktiv ihre CO2 Emissionen reduzieren zu müssen:
Auf die top zehn der deutschen Gewinner aus dem Emissionshandel
verteilen sich 60,2 Millionen überschüssige Emissionsgutschriften
mit einem geschätzten Wert von €782 Millionen!
Deutschland darf sich nicht von einer kleinen Gruppe fest
verwurzelter Industrien die Chancen auf eine prosperierende,
emissionsarme Zukunft verbauen lassen. Deswegen fordere ich Sie,
als meine/n Abgeordnete/n auf, sich dafür einzusetzen, dass
- eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Europa um 30% vereinbart wird;
- der Anteil der Zertifikate, die in Phase III verteilt werden sollen,
verringert wird ("set aside"), um so einen Zusammenbruch
des CO2-Preises zu verhindern;
- internationale Emissionsgutschriften strikter reguliert werden
um direkte Subventionen von ausländischer Industrie durch deutsche
Firmen und Emissionsflucht ("carbon leakage") zu verhindern.